Sei achtsam!

Veröffentlicht von Michaela Nikl (michaela) am Jun 07 2016
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Das Netzwerktreffen am 20.05.2016 stand unter dem Motto „Achtsamkeit“ und Wolfgang Haltrich, Lebens- und Sozialberater in Tulln, stellte dazu einige Übungen aus dem Focusing vor.

Focusing wurde ursprünglich ausschließlich unterstützend in der Gesprächstherapie angewandt, kann aber auch selbst erlernt oder mit einem "Laienpartner" zur persönlichen Weiterentwicklung oder Problembearbeitung verwendet werden. Die Methode geht davon aus, dass wir alle viel mehr "erleben" als uns im Moment bewusst ist. "Zuerst denken, dann reden" ist nur ein Teil der Wahrheit. Wir reden und handeln nicht nur aufgrund unserer Gedanken, sondern aus unserem "Gesamterleben" heraus. Dazu gehören Körperempfindungen, Gefühle und auch Wahrnehmungen, die wir nicht gleich in Worte fassen können. "Ich fühle mich so als ob...." und dann fehlt oft das richtige Wort. All diese Quellen machen uns zu dem, was wir sind und wie wir handeln. Da ist unser Denken nur ein Bestandteil.

Durch Focusing-Techniken lernen wir, mit diesem "Gespürten aber noch nicht Ausdrückbaren" - zum Beispiel einem einfachen Gefühl des "ah" oder "bäh" zu einer Situation - um zu gehen. Manche Empfindungen verlieren ihren Schrecken und manche neuen Ideen tauchen auf. Und was wir einmal auch körperlich gespürt haben, dazu stehen wir auch als ganzer Mensch.

 

 

Beim Netzwerktreffen begannen wir mit der einfachen Übung, abwechselnd zielstrebig von einem Punkt zum anderen im Raum zu gehen und dann einfach ziellos zu schlendern. Wolfgang ersuchte uns dabei, ein bisschen in den Körper zu spüren, was sich bei den beiden Varianten verändert. Manche fühlten sich bei der einen, manche bei der anderen Variante "wohler", was viele auch körperlich feststellen konnten.

Die zweite Übung begann in der Art einer Reise in den Körper. Im Verlauf der Übung nannte uns Wolfgang einige Alltags-Begriffe wie Wiese, weich, laut, etc. und ersuchte uns, allfällige Körperimpulse dazu zu erspüren. Beim zweiten Teil der Übung leitete uns Wolfgang an, mit den eigenen aktuellen Körperwahrnehmungen oder Gefühlen ein bisschen zu experimentieren. Alleine das Entdecken und Beobachten bewirkt meist schon eine kleine Veränderung. Man kann diese dann auch selbst verschieben und verändern. Das ändert meist auch ganz automatisch die Sichtweise zu einem Thema oder Gefühl. Wir konnten dazu auch unsere Erlebnisse während der Übung aufschreiben oder aufzeichnen und immer wieder korrigieren, bis wir das zu Papier gebracht hatten, was wir wirklich im Moment erlebt hatten. Im dauernden Wechselspiel zwischen Gedanken und anderen Körperempfindungen, im dauernden Nachspüren: "drücke ich wirklich das aus, was ich als gesamter Mensch erlebe" liegt auch die förderliche und oft sogar heilsame Wirkung des Focusing.

Focusing wird zumeist zu zweit praktiziert. Gemeinsam mit dem Therapeuten oder im sogenannten "partnerschaftlichen Focusing" zwischen einem "Focusierenden" und einem "Laienpartner" kann die Methode ganz gezielt und themenbezogen eingesetzt werden.

Mehr dazu auch unter www.haltrichlebensberatung.at

Zuletzt geändert am: Jun 07 2016 um 12:44 PM

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